11. Juli 2008

Auf dem heutigen Programm standen einerseits die technische Abnahme des Fahrzeugs, das so genannte Scruteneering, sowie drei statische Events. Ihren Namen verdanken sie dem Umstand, dass das Fahrzeug im Gegensatz zu den dynamischen Events nicht fährt. Beim Scruteneering werden anders als bei den statischen Events keine Punkte vergeben; diese technische Abnahme muss „nur“ bestanden werden.
Heute Morgen gehörten wir zu den ersten Teams, die sich beim Scrutineering eingefunden hatten. Innerhalb von etwa anderthalb Stunden wurden einige kleine Mängel von den Juroren aufgedeckt, die zu beseitigen waren. Nach der Rückkehr zur Box mussten um 12.00h die Arbeiten unterbrochen werden, um mit dem Wagen am Design Event teilzunehmen, bei dem das technische Konzept eines jeden Fahrzeugs vorgestellt wird. Dort galt es, einen Überblick über das Fahrzeug zu geben und anschließend einem Team von Juroren bezüglich der umgesetzten Lösungen Rede und Antwort zu stehen. Nach über 60 Minuten voller Erklärungen und Verweisen auf Backup-Ordner und Plakate, die wir als Visualisierungshilfen im Vorfeld erstellt hatten, konnten wir in die Box zurückkehren und an den geforderten Änderungen der Scruteneering-Jury weiterarbeiten.
Nach einem kräftigen aber zum Glück nur kurzen Regenschauer hieß es für eine dreiköpfige Delegation von uns, die Business-Präsentation im Rahmen des Presentation Events zu halten. In Anzug beziehungsweise Hosenanzug mussten dazu erst Pfützen überwunden werden, bevor die vorher häufig geprobte Präsentation vorgetragen werden konnte. Dabei nimmt die Jury die Rolle eines fiktiven
Investoren-Konsortiums ein, das überzeugt werden soll, eine bedeutende Summe in die Gründung einer Firma und den Bau einer Fabrik zu investieren, in der jährlich 1000 Formula Student-Fahrzeuge produziert werden können. Mit einem positiven Feedback wurden wir, was die erreichte Punktezahl betrifft, auf den nächsten Tag vertröstet. Auch die Ergebnisse des Design und Cost Events werden erst morgen bekannt gegeben. Bei Letzterem handelte es sich um den Letzten der drei oben erwähnten „Static Events“. Im Vorfeld der Wettbewerbe übermitteln alle Teams den Juroren einen „Cost Report“, der nicht nur Preise der Kaufteile enthält, die im Fahrzeug verbaut wurden, sondern auch in Eigenproduktion gefertigte Bauteile berücksichtigt. In einer Kostenaufstellung werden das Material sowie in der Fertigung der jeweiligen Komponente erfolgte Fertigungsschritte mit einem vorgegebenen Kostensatz verrechnet. Beim Wettbewerb wurden auf Grundlage dieses Cost Reports Fragen gestellt. Beispielsweise haben sich die Juroren begründen lassen, weshalb nun gerade das eine oder andere Bauteil gekauft oder selbst gefertigt wurde. Anschließend galt es, anhand von Fallbeispielen und Fotos zu beurteilen, welche Fertigungsschritte zur Herstellung der vorgelegten Teile notwendig wären.
In der Zwischenzeit wurde die technische Abnahme erfolgreich bestanden. Anschließend überprüften die Juroren, ob alle angemeldeten Fahrer ihr Fahrzeug innerhalb von 5 Sekunden verlassen können. Dieses steht repräsentativ für die hohe Aufmerksamkeit, die der Sicherheit bei diesem Wettbewerb beigemessen wird.
Nach diesem Test erlaubte es die Zeit, das Fahrzeug noch der Prüfung auf dem „Tilt Table“ zu unterziehen. Dabei wird der Wagen samt Fahrer auf eine Plattform gestellt, die um 60 Grad zum Boden geneigt wird. Bei diesem Test soll ermittelt werden, ob alle Flüssigkeiten gegen ein Auslaufen gesichert sind. Zusätzlich muss der Schwerpunkt niedrig genug sein, damit das Fahrzeug nicht kippt. Diese Prüfung haben wir auf Anhieb bestanden und können nun zufrieden den Tag abschließen.
Morgen stehen der Bremsen- und Lautstärke-Test auf dem Programm. Sind diese erfolgreich abgeschlossen, kann mit den dynamischen Events begonnen werden, bei denen das Fahrzeug zum ersten Mal in dem Wettbewerb aus eigener Kraft fahren darf.
Wir sind froher Erwartung für den morgigen Tag und informieren Sie dann, wie gewohnt, an dieser Stelle!





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